Regional ist das neue Bio

„Regional ist das neue Bio“, hört man seit einiger Zeit hier und da. Ja nun, das ist wohl so und war es immer! Das ist nicht neu! Und ganz sicher ist regional und nicht-bio immer noch besser als nicht-bio und von weit her… und klar ist auch, dass regional UND Bio das wirkliche eigentlich richtige „bio“ ist (weil es das mit der besten Ökobilanz ist und am frischesten noch dazu), und nicht das bio von ganz weit her…

Hier und da wird man als Bioladner kritisiert, „bio“ von weit her im Sortiment zu haben und ich finde diese Kritik auch durchaus verständlich… trotzdem bieten wir auch weiterhin Avocados und Orangen und Bananen in Bioqualität an. Die selbstverständlich nicht hier um die Ecke gedeihen. Wer da ganz konsequent leben will, bitteschön… bewundernswert. Aber diese Entscheidung möchten wir gerne unseren Kunden selbst überlassen. Da bitte ich um Verständnis.

Und wo kommen unsere Biomöhren her??? Haben wir die Wahl zwischen Möhren von hier, also vom Biolandhof Mertens-Wiesbrock in Varensell, also sozusagen um die Ecke, oder von unserem Großhändler Dennree (dann kommen die Karotten möglicherweise aus Bayern angefahren), dann entscheiden wir uns immer für „regional UND bio“ und bieten Ihnen die ökologisch beste und wohl auch frischeste Alternative an Biogemüse an, natürlich!!!

Gigantisch sind die frischen Salatköpfe vom Biolandhof Mertens-Wiesbrock, morgens frisch auf dem Feld gepflückt, da sind oft noch Tautropfen drauf, da springt einem die Frische entgegen. Und die vielen Sorten an aromatischen Tomaten begeistern mich immer wieder! Insgesamt haben die Wiesbrocks (und so auch wir) über 40 verschiedene Gemüsesorten im Programm… saisonal wechselnd natürlich. Neuerdings haben wir auch Streuobstwiesen-Apfelsaft von Mertens-Wiesbrock im Sortiment, auch der ist selbst gemacht und garantiert „von hier“ und richtig lecker!

Einen noch kürzeren Lieferweg haben eigentlich nur noch die Kartoffeln und Kräuter und frischen Eier vom Kiebitzhof in Gütersloh… ebenso wie das komplette Kiebitzhof-Feinkostsortiment mit Suppen, Fertiggerichten, Marmelade und Backwaren.

Neu in unserem Sortiment sind die Produkte von Walters Biohofmolkerei aus Lintel. Der gelernte Molkereitechniker stellt alles handwerklich in Bioqualität und kleinen Mengen frisch her: Milch, Butter, Joghurt, Quark, Schwedenmilch und Käse… von Kuh, Schaf und Ziege. Alternativ dazu führen wir auch immer noch die Naturjoghurt von Gut Wilhelmsdorf aus dem 15 km entfernten Eckardsheim, ebenso Biomilch in Flaschen sowie im Tetrapak.

Ein weiterer Regionallieferant ist Biobäcker Johannes Bußmann aus Harsewinkel, der in seiner Backstube Vollkorn-Backwaren in Biolandqualität herstellt und uns schon seit 10 Jahren beliefert. Seit kurzem haben wir auch ein erweitertes Sortiment an süßen und pikanten Kuchen im Angebot, dank unserer neuen Backwaren-Kühltheke.

Unser Biohonig („Beuers Bio Bienenhonig“) aus der Region kommt von Imker Franz-Josef Mertens (Spitzname Beuer!) aus Rietberg, der seit 10 Jahren biozertifiziert ist. Er sagt:“ Bio bedeutet weniger, was und wo die Biene sammelt: der Flug der Bienen ist nicht zu kontrollieren (Flugradius 3 km) und die Bioflächen sind klein. Vielmehr ist „bio“, was der Imker mit den Bienen macht beim Wachskreislauf, der Fütterung und der Milbenbekämpfung.“

Unser Biofleisch in der Frische-Bedienungstheke beziehen wir von Biofleisch NRW e.G., einer Erzeugergemeinschaft von über 100 Biohöfen im Sauerland, Rheinland und Münsterland. Dabei erhalten wir als Biomarkt in Ostwestfalen auch das Biofleisch, das von ostwestfälischen Biohöfen kommt. Die genaue Herkunft des Biofleisches können Sie jederzeit bei uns an der Fleischtheke erfragen.

Ich war im letzten Jahr mehrmals in der Region und auch darüber hinaus unterwegs auf der Suche nach kleinen regionalen Lieferanten für unseren Biomarkt. Ich sag mal so, das Angebot ist überschaubar. Das was ich bekommen kann und was Sinn macht, das kaufe ich ein! Bei regionalen Bio-Erdbeeren war dieses Jahr gar nichts zu bekommen, die kaufen wir sonst vom Biohof Vier Jahreszeiten in Avenwedde. Zudem waren die nicht-biologischen aber regionalen Erdbeeren von Aschentrup hier direkt um die Ecke einfach so gigantisch gut und frisch und lecker, da habe ich die Bio-Erdbeeren von Dennree (nicht-regional) nur sehr ungern überhaupt zum Verkauf angeboten. Ich weiss nicht, ob ich es nächstes Jahr noch machen werde. Teuer und nicht frisch… das kann kann es ja nicht sein. Das betrifft ebenso den Bio-Spargel… regionaler Biospargel ist hier leider nicht zu bekommen.

Was ist besser, regional oder bio? Das frage nicht nur ich mich, sondern auch …

Anja Treitschke-Pahl aus Overath vom Greenpeace Magazin

Sie meint:

1. Bei tierischen Produkten und auch bei Getreide ist in der Regel bio besser für die Umwelt als regional. Denn Fleischprodukte haben einen so großen ökologischen Rucksack, dass der Transport kaum zu Buche schlägt. Der Biolandbau benötigt pro Hektar zwei Drittel weniger Energie als die konventionelle Landwirtschaft. Verantwortlich dafür ist der Futtermittelanbau auf gerodeten Regenwaldflächen und Mineraldünger, dessen Produktion und Einsatz Erdöl verschlingt und klimaschädliches Lachgas freisetzt. Zudem kommt es unter biologischer Bewirtschaftung zu Humusaufbau, was Kohlendioxid bindet. Auch der Artenreichtum ist auf Ökoäckern größer.

2. Bei Obst und Gemüse Saisonales wählen, das vermeidet Gewächshaus-, Flug- und Lagerware. Wenn man das beherzigt, ist tendenziell regional besser. Deutsche Tomaten, Gurken oder Erdbeeren, im Sommer gekauft, kommen wahrscheinlich aus dem Freiland. Heimischer Kopfsalat stammt bis zum ersten Frost im Herbst auch vom Feld. Danach lieber winterharte Sorten wie Feldsalat und Rucola kaufen. Denn eine Beheizung mit fossilen Brennstoffen im Gewächshaus verfünffacht den  CO2-Fußabdruck der Ware, muss jedoch nicht gekennzeichnet werden. Auch Biosalat kann im Winter je nach Witterung aus dem beheizten Treibhaus kommen.

3. Wasser aus dem Wasserhahn ist hundertmal umweltfreundlicher als Flaschenwasser aus einer regionalen Quelle und tausendmal besser als importiertes. Bei Apfelsaft hat nur der aus Streuobst eine bessere Ökobilanz als die importierte Bio-Alternative. Dieser regionale Konsum unterstützt zudem den Erhalt artenreicher Kulturlandschaften.

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